Untermiete

Wer in Zürich wohnt, weiss wie schwierig es ist eine coole UND bezahlbare Wohnung zu finden. Wir hatten Glück und können seit rund 5 Jahren eine wunderschöne Altbauwohnung in Wiedikon mit drei (!) Balkonen unser Eigen nennen. Für uns war von Anfang an klar, dass wir unsere Wohnung untervermieten werden, auch wenn dies Risiken in sich birgt und mit einigem Aufwand verbunden ist.

Ausschreiben

Als erstes haben wir unseren Vermieter bereits vor dem Ausschreiben darüber informiert, dass wir unsere Wohnung untervermieten werden. Dies hat ihn zwar nicht sonderlich erfreut, jedoch kann er uns die Untermiete nach OR auch nicht verbieten, wenn wir alle Bedingungen einhalten, mehr dazu später. Nachdem wir also alle Zimmer, Winkel und Ecken unserer Wohnung fotografiert und eine Beschreibung geschrieben haben, mussten wir nun noch eine geeignete Plattform finden, um diese hochzuladen und zu vermarkten. Wir haben uns für folgende drei entschieden:

Bei naloo's immomailing verpflichtet man sich, die Wohnung auf keiner anderen Plattform zu inserieren, um die Exklusivität der Seite aufrecht zu erhalten, was wir die erste Woche auch nicht gemacht haben. Nachdem wir aber keine einzige Anfrage erhalten haben, kamen bei uns beiden Zweifel auf, ob das wirklich der richtige Weg ist. Wir haben unsere Wohnung also dennoch auf Ron Orp und UrbanHome inseriert und siehe da, die Nachfrage steigt!


Vorselektion

Bis zum Ende der Woche hatten uns so viele Anfragen erreicht, dass wir unmöglich alle zu einem Besichtigungstermin einladen konnten, zumal wir diese einzeln abhalten wollten, um unsere potentiellen Untermieter auch ein bisschen näher kennen zu lernen. Wir baten also alle Interessenten uns einige Zeilen über sich zu schreiben, um die Spreu vom Weizen trennen zu können.

 

Besichtigung

Nachdem wir aufgrund der "Bewerbungen" schon einige Absagen schreiben konnten, haben wir unsere Top 5 zu einem Besichtigungstermin eingeladen. Dabei hat sich unser Favorit sehr klar herauskristallisiert. Nebst unserem Bauchgefühl waren natürlich auch Einkommen, Haushaltsgrösse und Hobbys Kriterien, nach denen wir uns entschieden haben.

 

Mietzins & Vertrag

Hier kommt der heikle Teil, aber erst mal zu den guten Nachrichten: Du darfst für die Möblierung 20% auf den Nettomietzins zuschlagen! Wir haben uns dafür entschieden, sämtliche Nebenkosten und die Möblierung im Zuschlag zu inkludieren, um diese Grenze nicht zu überschreiten. Solltest du darüber liegen, hat der Vermieter das Recht dir die Wohnung zu künden, was wir unbedingt vermeiden wollten.

Beim Aufsetzen des Vertrages haben wir eine Vorlage vom Mieterverband verwendet, diese mit einer Inventarliste ergänzt und eine Kopie davon an unseren Vermieter gesendet.

Formalitäten & Umzug

Nachdem nun alle Partein informiert und der Vertrag unterzeichnet war, mussten wir noch die Anschrift an Türklingen und Briefkasten organisieren. Fertig! Unsere Wohnung haben wir natürlich blitzsauber geputzt, wie wir es auch erwarten würden wenn wir in eine neue Wohnung ziehen und den ganzen persönlichen krempel in unserem Dachboden zwischengelagert.


Fazit

Das Thema Untermiete kann bei all den Gruselgeschichten von Betrügern und Mietnomaden, die man überall liest am Anfang ganz schön angsteinflössend sein, weshalb wir mit sehr viel Vorsicht an den Prozess herangegangen sind. Mit Menschenkentnis, Lohn-/Betreibungsregisterauszügen und Mietrefferenzen lässt sich dann aber doch ziemlich genau sagen, ob ein Interessent zuverlässig ist. Der Papierkram ist zwar nervig, hält sich aber verhältnissmässig zu der Wichtigkeit des Themas noch in Grenzen. Heute wissen wir unser Hab und Gut in guten Händen. Unsere Untermiete achten wirklich sehr auf unsere Wohnung und auch unseren Pflanzen, die wir hinterlassen haben, geht es besser denn jeh. :-)