Visum USA

Touristen die sich für länger als 3 Monate in den USA aufhalten wollen, brauchen ein B-Visum. Wie du dieses beantragst, auf was du achten solltest und was uns die Nerven geraubt hat, erzählen wir dir in diesem Beitrag.

Wenn du dich für länger als 3 Monate in den USA aufhalten willst, musst du ein B-Visum beantragen. Dabei wird jeder Antragsteller als potentieller (illegaler) Einwanderer angesehen, wobei du zu beweisen hast, dass dem nicht so ist. Dafür musst du nachweisen können dass...

  • Du beabsichtigst nur über einen bestimmten, beschränkten Zeitraum die USA zu bereisen.
  • Du über die nötigen finanziellen Mittel verfügst, um deine (Aus-)Reise zu finanzieren.
  • Du soziale und wirtschaftliche Bindungen an deinen jetzigen Wohnsitz hast.

Formular DS-160

Um diese drei Punkte dreht sich auch das Formular DS-160, welches du online ausfüllen musst, bevor du dich für einen Termin bei der Amerikanischen Botschaft vereinbaren kannst. Das Formular lässt sich grob in folgende Kategorien unterteilen:

  • Personalien und Passdaten
  • Reisen in die USA in den letzten 5 Jahren
  • Arbeitgeber in den letzten 5 Jahren
  • Kontakt in den USA für eine allfällige Verifizierung deiner Daten
  • Personalien der Eltern
  • Eine Menge sehr blöder Fragen 
  • Passfoto

Ich (Mattia) musste ausserdem noch sämtliche Länder, die ich innerhalb der letzten 5 Jahre bereits habe, auflisten. Vermutlich weil ich Doppelbürger bin; oder einen Bart habe, wer weiss das schon so genau, bei Livia wurde die Frage auf alle Fälle nicht gestellt. 

 

Das Ausfüllen ist eine sehr mühselige Prozedur, bring also einiges an Zeit und Nerven mit. Wir hatten pro Formular etwa eine Stunde (!) weil wir gewisse Seiten nicht abspeichern konnten, die Website immer mal wieder abstürzte oder die Daten nicht griffbereit hatten. Auf meinem privaten Laptop hat das Ausfüllen gar nicht funktioniert, von meinem Geschäftscomputer ging's dann aber. Da ich alles andere als ein geduldiger Mensch bin, musste mein Kopfkissen zwischendurch als Schrei-Schalldämpfer hinhalten.

 

Hier geht's zum offiziellen Formular DS-160

 

Botschaft Account

Nachdem du das Formular ausgefüllt hast, erhältst du eine "confirmation number" mit der du einen Account bei der Botschaft einrichten kannst. Damit kannst du einen Interview-Termin vereinbaren und die Visumgebühr bezahlen. (CHF 160.- pro Visum) 

Im Vergleich zum Formular DS-160 war das Eröffnen des Accounts und die Bezahlung der gebühren ein Frühlingsspaziergang, man wird angenehm durchgeführt und die Seite läuft stabil.

 

Interview

In diversen Foren und Blogs haben wir gelesen, dass es von Vorteil sein kann, wenn man Dokumente mitbringt, die Beweisen, dass man kein "Risiko" für die Vereinigten Staaten von Amerika darstellt. Auch auf der Einladung zum Interview steht, dass man unterstützende Dokumente mitbringen kann/soll. Und da mehr bekanntlich besser hält, haben wir folgende Dokumente zusammengetragen:

  • Formular DS-160
  • Reisepass
  • Passfotos
  • Terminbestätigung
  • Zahlungsbestätigung der Gebühr
  • Kontoauszüge
  • Versicherungsnachweis
  • Mietvertrag
  • Arbeitsvertrag
  • Reisepläne

 

Ob wir das alles wirklich brauchten?

Nun ist der grosse Tag gekommen! Wir stehen pünktlich um 09:30 Uhr vor der Amerikanischen Botschaft in Bern. Der erste Schalter, quasi der Empfang, befindet sich direkt draussen  beim Haupteingang. Wir wurden, entgegen unseren Erwartungen, von einer extrem freundlichen Dame nach unserem Formular DS-160, unseren Pässen und den Reiseplänen gefragt. Sie packt die Formulare und die Pässe in einen transparenten Umschlag, weist uns den Weg zum Security Check und drückt uns ein USA Reiseführer in die Hand. (auf Französisch)

An der Sicherheitskontrolle herrscht dann schon ein etwas anderer Ton, aber nichts was man sich nicht schon von der Flughafenpolizei gewöhnt wäre. Elektronische Geräte wie Telefon und Kopfhörer müssen wir abgeben und erhalten dafür eine Garderobennummer (ja keinen Laptop oder grosse Tasche mitnehmen, ansonsten kann der Eintritt verweigert werden!). Einmal gefilzt, geht es über die Treppe ins Untergeschoss des Gebäudes. Wir gelangen in einen fensterlosen Raum, auf der rechten Seite sind die Schalter, links stehen gelangweilt dutzende Leute in einer Schlange. Wir stellen uns hinten an und machen uns auf eine lange Wartezeit gefasst. Nach einer halben Stunde können wir das Skript der Angestellten auswendig, da die Gegensprechanlage des einen Schalters viel zu laut eingestellt ist und ich lerne, dank des Reiseführers, noch ein bisschen Französisch. Danke nette Empfangsdame. Nun sind wir aber endlich an der Reihe und dürfen die drei Fragen beantworten ("Was ist der Grund Ihrer Reise?", "Haben Sie Ihren Namen geändert?" und "Sind Sie noch in einem anderen Land Bürger?") und die drei Befehle befolgen ("Legen Sie die vier Finger ihrer linken Hand auf den Bildschirm... pieps, nun die rechte... pieps, nun beide Daumen) gefolgt von der Verabschiedung "Vielen Dank, bitte nehmen Sie nun ihre Mappe und stellen Sich in die Reihe zu Ihrer rechten, der Konsul wird sich dann um Ihren Visaantrag kümmern." (wie ihr seht, hab ich nicht gelogen mit dem "auswendig gelernt"). Weiter geht's also in die nächste Schlange, um zu warten. Auch hier eine halbe Stunde dann der Aufruf "Next, please!" und ab an den Schalter. Wir werden von einer netten Konsulin nochmals dieselben Fragen gestellt, die wir schon der Empfangsdame und der Schalterangestellten beantworten mussten. Sie wollte dann aber doch noch wissen, was wir denn momentan arbeiten, ob wir unsere Jobs für die Reise gekündigt haben und ob wir vorhätten, wieder in die Schweiz zurückzukehren. Mein Stichwort! Ich klappe meinen Aktenordner auf und möchte schon zu einer breiten Erklärung ausholen, als sie mich lächelnd unterbricht. "It's okay, your visa has been confirmed, you will receive it within the next 14 days together with your passports by mail."

 

Fröhlich über den Bescheid, müde vom langen Warten und etwas angepisst wegen der unnötigen Vorbereiterei kommen wir aus dem Botschaftskeller an die frische Frühlingsluft. Es ist mittlerweile 11:00 Uhr, die Sonne steht am Himmel und Bern zeigt sich von seiner schönsten Seite. j'ai envie d'une glace!