Routenplanung

Was gibt es schöneres als an einem verregneten Sonntagnachmittag zuhause auf dem Sofa zu sitzen und nach den schönsten Orten der Welt (oder in unserem Fall Amerika) zu googlen? Aber aufgepasst! Bei solch einer riesigen Anzahl von Dingen, die man gesehen oder erlebt haben möchte, verliert man schnell den Überblick. Wie du deine Suchergebnisse organisierst, daraus eine Route zusammenstellst und welche Tools uns überzeugt haben, zeigen wir dir hier.

Grob-Planung

Das Schöne am vanlife ist ja, dass man nicht an irgendwelche Fahrpläne und fixe Routen gebunden ist, sondern die Freiheit hat, hinzugehen, wo man möchte. Das bringt allerdings auch eine schier endlose Anzahl an Möglichkeiten und somit Entscheidungen mit sich, die man treffen muss. Links oder Rechs? Ost- oder Westküste? Ein Weg diese Fragen zu beantworten, der für uns sehr gut funktioniert hat, ist, eine Karte mit allen "Point of Interests" zu versehen. Eine Doku über einen super-schönen National Forest im Internet gesehen? Zack, gepinnt! Ein Freund empfiehlt eine Tacco-Bude in Mexiko City? Zack, gepinnt! Nach und nach füllt sich die Karte und es zeichnet sich eine Tendenz ab. Als praktisches online Tool kann ich an dieser Stelle Google My Maps wärmsten empfehlen. Die Bedienung ist intuitiv und man hat sehr viel Freiheit in der Gestaltung. Die Karte basiert auf der "normalen" Google Maps Karte (was sich vor allem bei der Suchfunktion bemerkbar macht), lässt sich von mehreren Benutzern gleichzeitig bearbeiten und wird in Google Drive gespeichert. Auch die Funktion mit den verschiedenen Ebenen ist sehr praktisch. So können wir uns eine Gruppe Pins aus- oder einblenden, wann wir diese gerade brauchen. Die einzelnen Pins lassen sich mit einem frei wählbaren Icon, Farbe, Bild und einem Kurztext anreichern was super ist, denn bei einigen Sachen weiss man nach einem halben Jahr bestimmt nicht mehr, weshalb man sie überhaupt markiert hat. 

Und so könnte das dann in etwa aussehen. Links seht ihr die Tabelle mit den verschiedenen Ebenen, rechts die Karte mit einem "Point of Interest" von mir. Bei uns haben sich die Ebenen Landschaft & Natur, Aktivitäten, Essen & Trinken, Übernachtungsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und Städte & Dörfer bewährt, das kann aber variieren, ganz nachdem wie du reist. Für die Planung deiner Route verbindest du jetzt nur noch die Punkte miteinander und Schwups, hast du eine erste Vorstellung davon, wodurch es dich kommendes Jahr treiben wird. Aus eigener Erfahrung empfehlen wir dir aber, diese Route eher als ungefähre Richtung zu sehen und deine tatsächliche Route Schritt für Schritt maximal zwei Wochen im Voraus zu planen, denn es gibt so viele unvorhersehbare Dinge dank denen du deine Planung immer wieder über Bord werfen wirst. Manchmal schön, manchmal weniger. Ein cooles Tutorial dazu hat roaming the americas gemacht.

 

Detailplanung

Nun hast du inzwischen wahrscheinlich schon tausende Orte gesammelt, die du besuchen möchtest, Gepäck und Proviant ist verstaut und deine Roadtrip Playlist hast du schon im Anschlag. Mit anderen Worten, du bist READY! Aber wohin als erstes? Es gibt so viele Orte zu entdecken! Hier sind 3 Praxistipps von uns:

 

1. Schalt einen Gang runter!

Und zwar wörtlich und sinngemäss. Du kennst die Strassenverhälnisse und den Weg nicht, fahr also auch entsprechend mit angepasster Geschwindigkeit. Es besteht keine Schande darin 10% langsamer als die Einheimischen zu sein. Wenn du die Wahl hast zwischen Autobahn und Landstrasse, auf jeden Fall immer die Landstrasse nehmen! Auf der Autobahn bist du zwar schnell an deinem Ziel, rauscht aber an all den kleinen, tollen Orten vorbei, die in keinem Reiseführer dieser Welt stehen. Wenn du mit Google Maps navigierst, kannst du einfach auf "Optionen" klicken und danach das Kästchen "Autobahnen vermeiden" anwählen. Bestes Feature ever!

 

2. Kurze Etappen planen

Auch wenn 12 Stunden voll konzentriert Autofahren für dich kein Problem sind, plan lieber kürzere Strecken. Wir fahren an einem Tag nur selten mehr als 4.5 Stunden, denn meistens müssen wir uns an unserem Ankunftsort noch einen Schlafplatz suchen, was ziemlich mühsam ist, wenn es bereits dunkel geworden ist. Ausserdem gibt es einige Orte in Südamerika, in denen es nicht empfehlenswert ist, nachts Auto zu fahren. 

 

3. Eins nach dem anderen

Es gibt Orte die strotzen nur so von Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, die man am liebsten gleich alle auf einmal erleben will.

 

Lass dich in solchen Situationen nicht von deinem "Tagestouristen"-Ich überrumpeln! Du hast Zeit! Häng lieber noch einen Tag an deinen Aufenthalt, anstatt alles in einem Tag durchzurennen. Viele Sehenswürdigkeiten lohnt es auch sehr früh oder spät zu besuchen, um den Tagesausflügern auszuweichen.  Ausserdem ist eine Stunde nach bzw. eine Stunde vor Sonnenaufgang / Sonnenuntergang das Licht am schönsten.